Brände gefährden nicht nur Wohnungen und Eigentum. Nein! Auch Menschenleben sind durch Feuer und Rauch in großer Gefahr.

Rauchmelder retten Leben indem sie Brandrauch erkennen und Alarm schlagen. Inzwischen ist die Installation eines Rauchmelders schon in vielen deutschen und österreichischen Bundesländern Pflicht, aber natürlich kann es auch sinnvoll sein, sie zu installieren, selbst wenn keine gesetzliche Pflicht dazu besteht.

Warum sind Rauchmelder sinnvoll?

Pro Jahr sterben in Deutschland etwa 400 Menschen durch Brände und Rauchgas, etwa 4000 Personen werden jährlich verletzt (Quelle). Zwar hat sich diese Zahl in den letzten Jahren stark verringert, vor 15 Jahren gab es jährlich noch 800 Tote, aber natürlich ist jedes Brandopfer ein Opfer zu viel.

Warum sank in den letzten Jahren die Zahl der Brandopfer in Deutschland und den meisten anderen Industrieländern?

Dazu gibt es viele Gründe: Einerseits kann die Feuerwehr dank der Verbreitung von Mobiltelefonen heutzutage weit schneller alarmiert werden, als noch vor einigen Jahren, andererseits sinkt auch die Zahl an Rauchern seit Jahrzehnten kontinuierlich, wodurch natürlich weniger Menschen mit der Zigarette im Bett einschlafen, was eine sehr häufige Brandursache ist. Natürlich spielen ebenso verbesserte Brandschutzmaßnahmen eine große Rolle:

Schon bevor Rauchmelder in vielen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben wurden, statteten sich viele Privathaushalte mit diesen Geräten aus.

Hinzu kommt, dass viele Materialien im Haushalt schwerer entzündlich sind.

Auch sind immer mehr Wohnungen auf freiwillige Basis mit Feuerlöschern ausgestattet.

All diese Punkte führen dazu, dass  die Anzahl an Bränden sowie die Anzahl an Brandopfern seit Jahrzehnten kontinuierlich zurückgehen.

Brände vorbeugen und bekämpfen

Was können Sie tun, um die Gefahr eines Brandes in Ihrer Wohnung zu minimieren?

  • Viele Brände entstehen durch Kurzschlüsse bei Elektrogeräten. Daher sollten Sie Elektrogeräte nie im Stand-By-Modus lassen, sondern immer ganz ausschalten, besonders wenn Sie abwesend sind. Des  Weiteren sollten Stromleitungen, Sicherungen und Stecker nicht überlasten werden. Achten Sie auch darauf, dass die Wärmeableitung durch die Lüftungsschlitze nicht verdeckt ist.
  • Lassen Sie Kerzen und offenes Feuer keinesfalls ohne Aufsicht brennen und brennbare Gegenstände nie in der Nähe von Feuer- oder Hitzequellen liegen.
  • Brennendes Fett in der Küche dürfen Sie nie mit Wasser löschen. Wie so ein gutgemeinter aber schlecht durchdachter Löschversuch ausgeht, sehen Sieim Video weiter unten. Stattdessen sollte eine Löschdecke oder ein Deckel verwendet werden, um den Brand zu bekämpfen.

  • Falls Sie Raucher sind: Rauchen Sie nie im Bett, oder wenn Sie müde sind und Ihnen schon die Augen zufallen. Brennende Zigaretten können sehr gefährlich sein und sind die Ursache für viele Wohnungsbrände.
  • Die meisten Brände gibt es übrigens im Dezember zu Weihnachten und Silvester. Trockene Weihnachtsbäume oder Adventskränze sind meistens die Ursache. Klar, dass Sie diese nicht mehr entzünden. sollten. Passen Sie auch auf, dass Ihre Silvesterraketen sicher gelagert werden. Türen und Fenster sollten während der Silvesternacht geschlossen bleiben, damit sich keine Knaller und Böller in die Wohnung verirren.
  • In der Wohnung sollten Sie einen Feuerlöscher bereit halten. Damit können kleinere Brände schnell gelöscht werden und größere Wohnungsschäden vermieden werden.
  • Zusätzlich ist es ratsam (und vielfach schon Pflicht) einen Rauchmelder in allen Schlafzimmern zu installieren, dieser kann vor allem in der Nacht Leben retten. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die empfehlenswertesten Rauchmelder am Markt vor.

Rauchmelder im Test & Kaufen

Bin ich verpflichtet einen Rauchmelder zu installieren?

Grundsätzlich hängt das vom jeweiligen Bundesland ab, in dem Sie ihren Wohnsitz haben. Wir haben deshalb eine Übersicht über die verschiedenen Rauchmeldervorschriften in Deutschland und Österreich erstellt.

Rauchmelderpflicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz 2016

Welche Arten von Rauchmeldern gibt es?

Rauchmelder ist nicht gleich Rauchmelder. Es gibt verschiedene technische Lösungen für Geräte zur Erkennung von Bränden und Brandrauch.

Optische und Photoelektrische Rauchmelder

Klare Luft reflektiert praktisch kein Licht. Befinden sich in der optischen Kammer dieses Rauchmelders jedoch Rauchpartikel, wird der Prüf-Lichtstrahl gestreut, so dass ein Lichtsensor beleuchtet wird. In diesem Fall wird ein Alarm ausgelöst.

Vorteile:

  • Optische Rauchmelder erkennen schon kalten Rauch, wenn sich noch kein großer Brand gebildet hat (Schwellenbrand).

Nachteile:

  • Etwas Wasserdampf aus dem Badezimmer oder Rauch aus der Küche kann schon ausreichen, um einen Fehlalarm auszulösen. x

Ionisationsrauchmelder

Ionisationsrauchmelder arbeiten mit einem radioaktiven Strahler und können dadurch schon fast unsichtbare Rauchpartikel aufspüren. Eine kleine Luftmenge wird mit einem Alpha- oder Beta-Strahler bestrahlt. Dadurch wird sie ionisiert, wodurch Strom zwischen zwei geladenen Platten fließen kann. Befinden sich Rauchpartikel in der Luft, wird die Leitfähigkeit der Luft verringert. Die Verringerung des Stromflusses führt dazu, dass der Ionisationsrauchmelder Alarm schlägt.

Wegen der Radioaktivität werden diese Rauchmelder  von optischen Rauchmeldern und Wärmemeldern abgelöst. In Deutschland und Österreich ist ihr Betrieb außerdem an hohe Auflagen gekoppelt. Grundsätzlich ist der Einsatz dieser Rauchmelder aber relativ ungefährlich.

Vorteile

  • Können schon kleinste Mengen an Rauchpartikeln erkennen

Nachteile

  • Aufwendige Entsorgung x

Flammenmelder

Bei Flammenmelder handelt es sich meist um UV-Flammenmelder. Das bedeutet, dass sie auf die von einer offenen Flamme ausgehende elektromagnetische Strahlung im kurzwelligen Bereich der UV-Strahlung reagieren (Quelle). Dadurch sind sie in der Lage alle Arten von offenen Feuer zu erkennen, ohne durch Sonnenreflexionen oder Fotoblitzlich ausgelöst zu werden.

Vorteile

  • Flammenmelder reagieren nicht auf Rauch, deshalb können sie auch an Orten eingesetzt werden, wo es erhebliche Rauchentwicklung gibt (Küchen, Werkstätten etc.).

Nachteile

  • Erkennen Brände erst, wenn es zur offenen Flammenbildung kommt. Im Heimbereich wäre es wichtig, schon die Rauchentwicklung zu erkennen. Deshalb kommen Flammenmelder im Privatgebrauch kaum zum Einsatz. x

CO und CO2-Melder

Gasmelder erkennen Kohlenstoffmonoxid (CO) oder Kohlenstoffdioxid (CO2). Ersteres Gas entsteht meistens bei Schwel- und Glimmbränden, zweiteres bei offenen Bränden. Daher sind für den Heimgebrauch CO-Melder besser geeignet. Auch schützen diese vor Kohlenmooxid-Vergiftungen, die zum Beispiel durch eine defekte Therme auftreten können. Ein CO-Melder bemerkt schon kleinste Mengen dieses geruchs- und farblosen Gases und lässt im Fall des Falles einen lauten Alarmton ertönen.

Vorteile

Wirksamer Schutz gegen Gas.

Nachteile

Hoher Stromverbrauch, auch werden Gasmelder generell für den Brandschutz nicht empfohlen.


Mehr Informationen zu den besten Rauch- und Gasmeldern findest du in den folgenden beiden Rubriken:

Wie oft kommt es zu Fehlalarmen?

Billige Rauchmelder neigen dazu oft einen Fehlalarm auszulösen, aber natürlich ist man auch mit einem teuren Geräte nicht 100% davor gefeit, in der Nacht durch einen Fehlalarm geweckt zu werden.

Woran liegt es, dass Rauchmelder scheinbar grundlos einen Alarm auslösen und wie kann man verhindern, dass das passiert?

  • Oft wird ein Fehlalarm ausgelöst, weil Wasserdampf in das Gehäuse eindringt. Aus diesem Grund sollte der  Rauchmelder nicht in der Nähe des Badezimmers oder der Küche installiert sein. Besonders in kleinen Wohnungen kann es natürlich trotzdem passieren, dass der Dampf in das Nebenzimmer mit dem Melder zieht.
  • Staub ist ebenfalls in der Lage, einen Fehlalarm zu erzeugen. Insbesondere bei staubintensiven Handwerksarbeiten muss man damit rechnen, einen Alarmton auszulösen.
  • Selbstverständlich sollte man auch das Zigaretten rauchen in Räumen mit Rauchmeldern vermeiden.
  • In manchen Fällen liegt der Grund für einen Fehlalarm darin, dass Insekten oder Spinnen im Gehäuse herumkrabbeln. Aktiviert sich ein Alarm öfters ohne Grund, sollte man nachschauen, ob sich im Gehäuse Bewohner eingenistet haben. Empfehlenswert sind deshalb Rauchmelder mit Insektenschutzgitter.
  • Vielleicht löst der Rauchmelder auch gar keinen Alarm aus, sondern teilt nur mit, dass ein Batteriewechsel nötig ist. In diesem Fall sollte jedoch kein lauter Schrillton zu hören sein, sondern ein regelmäßiges Pipsen.

Wie kann man verhindern, dass es zu einem Fehlalarm kommt?

Zuallererst indem man Qualitätsprodukte kauft: Diese verfügen zum Beispiel über ein Insektengitter an der Öffnung, wodurch der Befall mit kleinen Tieren verhindert wird. Auch reagieren Qualitäts-Rauchmelder normalerweise weniger empfindlich auf Dunst und Staub.

Außerdem sollte man den Rauchmelder nicht an Orten installieren, wo es oft zu einer Dunst- oder Staubentwicklung kommt: Also Badezimmer, Küchen oder Werkstätten.

Des Weiteren sollte man den Rauchmelder besser deaktivieren, wenn man auf Urlaub fährt. Wird ein Fehlalarm ausgelöst, werden die Nachbarn früher oder später die Feuerwehr alarmieren, was zu unnötigen Ärger wegen aufgebrochenen Türen führen kann. Für die Kosten eines Feuerwehreinsatzes muss man bei einem Fehlalarm als Privatperson jedoch nicht aufkommen.

Wie kann ich den Rauchmelder bei einem Fehlalarm wieder deaktivieren?

Wird der Alarm durch Dunst oder Küchen angebratenem Essen ausgelöst, reicht es oft schon aus, mit einem Handtuch den Dunst oder Qualm vom Rauchmelder wegzuleiten. Wenn das nicht funktioniert, oder der Grund für den Alarm nicht ersichtlich ist, sollten Sie den Rauchmelder ausschalten, indem du den Ein-Aus-Schalter an der Unterseite betätigen.

Es empfiehlt sich zum Ausschalten einen Besen zur Hilfe zu nehmen, falls der Rauchmelder hoch oben an der Decke hängt. Schalte den Rauchmelder nach einiger Zeit wieder ein. Ertönt wieder ein Alarm ohne Grund ist der Rauchmelder vermutlich defekt und gehört ausgetauscht.

Wo kann ich Rauchmelder kaufen?

Rauchmelder können zum Beispiel im Baumarkt oder in größeren Elektrogeschäften gekauft werden. Natürlich kann man sie aber auch online bestellen. Onlineshops die Rauchmelder im Sortiment haben, sind unter anderem:

Eine Übersicht der besten Rauchmelder findest du im folgenden Artikel:

Rauchmelder im Test & Kaufen